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Die Holme eines Palettenregals biegen sich unter Belastung leicht durch. Das ist völlig normal und vom Hersteller bei der Berechnung berücksichtigt. Entscheidend ist jedoch, dass die zulässige Durchbiegung nicht überschritten wird. Mit einer einfachen Schnur und einem Maßband können Sie die tatsächliche Durchbiegung eines belasteten Holms selbst ermitteln – auch ohne spezielle Messgeräte.
Jeder Holm eines Palettenregals verformt sich unter Last elastisch. Sobald die Last entfernt wird, sollte sich der Holm wieder nahezu in seine ursprüngliche Form zurückbiegen.
Die zulässige Durchbiegung wird vom Hersteller festgelegt und ist in den meisten Fällen auf dem Belastungsschild des Palettenregals angegeben. Häufig beträgt sie:
Zulässige Durchbiegung = Holmlänge ÷ 200 (L/200)
Das bedeutet beispielsweise:
Wichtig: Maßgebend ist immer die Angabe des jeweiligen Herstellers auf dem Belastungsschild. Nur wenn dort keine andere Angabe vorhanden ist, kann die Berechnung nach L/200 als Orientierung dienen.
Für die Messung benötigen Sie lediglich:
Spannen Sie eine Schnur von einem Regalrahmen zum gegenüberliegenden Regalrahmen.
Die Schnur sollte möglichst straff gespannt werden und direkt unter dem zu prüfenden Holm verlaufen. Sie dient als gerade Bezugslinie, mit der die Durchbiegung gemessen wird.
Messen Sie am linken Regalrahmen den Abstand
von der Schnur bis zur Unterkante des Holms.
Notieren Sie dieses Maß.
Beispiel:
42 mm
Nun messen Sie auf der anderen Seite des Holms, ebenfalls direkt am Regalrahmen, wieder den Abstand
von der Schnur bis zur Unterkante des Holms.
Notieren Sie auch diesen Wert.
Beispiel:
46 mm
Addieren Sie beide Messwerte.
Formel:
(Maß links + Maß rechts) ÷ 2
Beispiel:
(42 mm + 46 mm) ÷ 2
= 44 mm
Dieser Wert entspricht der gedachten geraden Unterkante des unbelasteten Holms.
Messen Sie nun genau in der Mitte des Holms erneut den Abstand
von der Schnur bis zur Unterkante des Holms.
Beispiel:
33 mm
Jetzt ziehen Sie den zuvor berechneten Durchschnittswert vom Messwert in der Holmmitte ab.
Formel:
Durchbiegung = Maß in der Mitte − Durchschnitt der beiden Randmaße
Beispiel:
44 mm − 33 mm
= 11 mm Durchbiegung
Die tatsächliche Durchbiegung des Holms beträgt also 11 mm.
Ist auf dem Belastungsschild keine andere Angabe vorhanden, wird häufig die Berechnung L/200 verwendet.
Die Formel lautet:
Maximale Durchbiegung = Holmlänge ÷ 200
Holmlänge:
2.700 mm
Berechnung:
2.700 mm ÷ 200 = 13,5 mm
Die maximal zulässige Durchbiegung beträgt somit 13,5 mm.
Vergleichen Sie nun Ihre gemessene Durchbiegung mit dem zulässigen Wert.
Im obigen Beispiel:
→ Die Durchbiegung liegt innerhalb des zulässigen Bereichs.
Wäre beispielsweise eine Durchbiegung von 18 mm gemessen worden, würde der zulässige Wert überschritten werden. In diesem Fall sollte der Holm entlastet und überprüft werden. Vor einer weiteren Nutzung empfiehlt sich eine fachkundige Kontrolle des Regalsystems.
Die Durchbiegung eines belasteten Holmträgers lässt sich mit wenigen Hilfsmitteln zuverlässig bestimmen. Dazu wird eine Schnur zwischen den beiden Regalrahmen gespannt und zunächst der Abstand zur Unterkante des Holms an beiden Enden gemessen. Aus diesen beiden Werten wird der Durchschnitt berechnet. Anschließend wird der Abstand in der Mitte des Holms gemessen. Die Differenz zwischen dem Mittelwert der Randmaße und dem Messwert in der Mitte entspricht der tatsächlichen Durchbiegung des Holms. Dieser Wert darf die vom Hersteller angegebene zulässige Durchbiegung – häufig L/200 der Holmlänge – nicht überschreiten.
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